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Der Kämmerer

Der Kämmerer (lat. camerarius) ist bereits am frühmittelalterlichen Könighofes (882) der für die Einkünfte zuständige Verwaltungsamtsträger. Die Bezeichnung stammt aus dem althochdeutschen (chamerari = Kammeraufseher) sowie aus dem späteren mittelhochdeutschen (kameraere, kamerer). Er war als Inhaber eines der vier Hofämter für die königliche Vorrats- und Schatzkammer, mithin für das königliche Vermögen, zuständig. Zusammen mit der Herrscherin organisierte er die Haushaltsführung des Hofes. Das landesherrliche Fiskalvermögen wurde meist als Kammergut, das fürstliche Privatvermögen dagegen als Privatschatulle bezeichnet. Seine Aufgabe war es nicht, mit dem Vermögen zu wirtschaften, also Einkommen zu erzielen, sondern mit den vorhandenen Mitteln bestmöglich zu haushalten.

 

Der Grundgedanke ist bis heute geblieben, allerdings werden seine Aufgaben und seine Stellung in den Kommunalverfassungen der Bundesländer unterschiedlich gesehen. In manchen Ländern wird die Position – völlig anders als im Mittelalter - deutlich abgewertet und nicht einmal klar und deutlich genannt, was seine Arbeit erschweren kann. In anderen, wenigen Bundesländern ist er laut Verfassungsrecht sogar neben dem Verwaltungschef, also Bürgermeister oder Landrat, für die finanziellen Angelegenheiten verantwortlich.

 

Er ist Planer und (mitschreitender) Kontrolleur des kommunalen Haushalts (basierend auf Prognosen und speziellen Bewertungsverfahren für kommunales Vermögen wie Kosten-Nutzen-Analyse oder Nutzwertanalyse), Finanzberater des Verwaltungschefs sowie des kommunalen (Kreis-, Stadt- oder Gemeinde-) Rates und regelt die kommunalen Ausschreibungen (Steuerung und Kontrolle). Alle kommunalen Ausgaben sollten mit ihm abgestimmt werden. Häufig sind ihm als Ämter oder Fachbereiche die Kämmerei, die Gemeindekasse und das Steueramt (Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer) unterstellt. Dann hat er neben der kalkulatorischen und beratenden Tätigkeit auch Personalverantwortung. Vom Kämmerer zu unterscheiden ist der Begriff Kämmereileiter, also den Amtsleiter der Kämmerei. Häufig beaufsichtigt der Kämmerer (Aufsichtsrat) die kommunalen Betriebe (Regie- und Eigenbetriebe, Anstalten des öffentlichen Rechts, Zweckverbände, gGmbH, Public Private Partnerships).

 

Sein Gehalt beträgt laut einem Internetvergleichsportal rund 56.700 Euro Brutto pro Jahr, wesentlich bestimmt durch das Durchschnittsalter von 44 Jahren, die Ausbildung Diplom FH sowie die Tätigkeit in der Öffentliche Verwaltung. Die Einstufung erfolgt häufig in die Vergütungsgruppe IVa BAT (EG 10 und EG 11), teilweise wird er als Beamter auf Zeit geführt. Nach unseren Erkenntnissen steigt der Anteil an Kämmerinnen immer weiter an.                                                               Peter Baranec

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